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Der Weg zu OWS2022

• 03. März 2013:
Volksabstimmung OWS: «Graubünden 2022» ABGEWÄHLT

• 17. Oktober 2013:
«Barcelona 2022» VERZICHTET

• 10. November 2013:
Bürgerentscheid in München, Garmisch-Partenkirchen und in den Landkreisen Traun- stein und Berchtesgaden:
«München 2022» ABGEWÄHLT

• 17. Januar 2014:
«Stockholm 2022» VERZICHTET

• 14. März 2014:
Fünf Bewerber beim IOC: Almaty (Kasachstan), Krakau (Polen), Lwiw (Ukraine), Peking (China) und Oslo (Norwegen)

• 26. Mai 2014:
Bürger-Referendum:
«Krakau 2022»
ABGEWÄHLT

• 30. Juni 2014:
«Lwiw 2022»
VERZICHTET

• 31. Oktober 2014:
«Oslo 2022»
VERZICHTET

• 31. Juli 2015:
«Peking 2022»
The Winner is the IOC

Grass: «Grosse Kisten braucht es nicht»

04.12.2012

Die Bündner Politiker würden sich in einen Olympiarausch reden, sagt Kritiker Stefan Grass. Der Wind drehe sich aber langsam gegen eine Olympiakandidatur. Die touristische Basis werde im kommenden März ein Nein in die Urne legen (Die Südostschweiz).

MIT STEFAN GRASS* SPRACH RETO FURTER

Herr Grass, Sie sagen Nein zu Olympischen Winterspielen 2022 in Graubünden. Eine Nein-Parole ist einfach, das hat die TAG-Abstimmung gezeigt.
Stefan Grass: So einfach ist das gar nicht. Wir sind wenige, die in der Öffentlichkeit für ein Nein einstehen, aber langsam dreht der Wind, auch national. Verschiedene Politiker in Bern äussern sich bereits kritisch zur Kandidatur.

Das ist wenig relevant. Abstimmen werden die Bündnerinnen und Bündner.
Das ist richtig. Aber die Bündner Elite redet sich jetzt in einen regelrechten Olympiarausch, man hat das auch gestern im Grossen Rat gehört. In der Bevölkerung verfängt das aber nicht. Die Eliten dürften gerne Werbung machen, heisst es dort, aber dafür dann auch selbst bezahlen.

Die Olympiabefürworter haben laut der Demoscope-Umfrage 43 Prozent der Stimmenden hinter sich, gleich viel wie die Olympiagegner.
Für die Befürworter ist das relativ wenig, wenn man die Charmeoffensive von Gian Gilli in den letzten acht Monaten berücksichtigt. Es ist bekannt, dass das Nein-Lager vor Abstimmungen immer wächst, weil jene, die unsicher sind, schliesslich Nein sagen. Wer nicht mit mindestens 60 Prozent Zustimmung in eine Abstimmung startet, hat den grünen Bereich schon verlassen. Ich habe das auch nicht anders erwartet.

Der Mist ist geführt?
Ein Nein ist zumindest absehbar, ja. Am 3. März, am Abstimmungssonntag, werden zudem weitere Vorlagen entschieden werden, etwa die Abzockerinitiative. Bei all diesen Vorlagen geht es um Geld – und das wird viele ältere und konservative Wähler mobilisieren. Die hohe Stimmbeteiligung wird zum Nein beitragen. Zurücklehnen können wir aber nicht.

Frauen sind gegen Olympische Winterspiele. Diesen Trumpf werden Sie ausspielen wollen?
Frauen stellen fest, dass bei einer Olympiakandidatur das Geld für Wichtigeres fehlt. Frauen wollen nicht bei der Bildung, bei der Kultur, beim Sozialen und bei der Gesundheit sparen, um im Gegenzug einen Sportanlass durchführen zu können. Hier müssten also vielmehr die Olympiabefürworter ansetzen und bei den Jungen übrigens auch. Auch die haben sie noch längst nicht im Sack, weil die Befürworter noch immer nicht erklärt haben, was sie unter Nachhaltigkeit verstehen.

Finanzielle Nachhaltigkeit, immerhin.
Das ist zu vermuten, ja. Es geht um die Schaffung von Arbeitsplätzen, egal wo, egal was. Aber wenn man von Nachhaltigkeit spricht, muss man auch ökologischen und sozialen Mehrwert schaffen.

Auch das Prättigau und Davos sind gegen Winterspiele in Graubünden. Davon hätten Sie nicht mal zu träumen gewagt, Herr Grass.
Doch, eigentlich schon. Von den Einwohnern im Bündner Rheintal hätte ich sogar ein deutlicheres Nein erwartet. Davos hat halt ein grosses Defizit, die Bevölkerung hat andere Sorgen, als fahrlässig an einer Kandidatur festzuhalten.

Olympische Winterspiele sind für Graubünden ein Geldsegen, das Defizit übernimmt der Bund. Da muss man doch zugreifen!
Der Bund übernimmt eine Milliarde Franken als Defizit, eine höhere Ab-sicherung gibt es nicht. Es wird für sehr viel Geld vieles gebaut – und nachher wieder abgebaut, wie an der Expo 02. Das ist doch nicht nachhaltig! Wir haben keinen bleibenden Wert in Graubünden.

Bündner sind schlau. Die nehmen das Geld, wenn es ihnen angeboten wird. Das Defizit wird dann auf alle überwälzt, nicht nur auf die Bündner.
Bündner sind noch schlauer als die Bauern. Bündner wissen nämlich, dass der Tourismus auch nach Olympischen Winterspielen vor sich hinserbeln wird, weil nach wie vor die Gäste fehlen. Unsere Eliten wissen das vielleicht nicht, unsere Tourismusanbieter in den Regionen hingegen sehr wohl. Das sind die, die am 3. März ein Nein in die Urne legen, still und heimlich. Das ist mehr als Bauernschläue, das ist eine Sorgfalt im Umgang mit der Zukunft. Grosse Kisten braucht es nicht.

Wenn nicht die Bündner Olympische Winterspiele 2022 organisieren, dann sonst wer. Und das sicher weniger ökologisch und weniger nachhaltig. Ein Ja zur Bündner Kandidatur ist ein Ja zum globalen Umweltschutz.
Diese Diskussion muss man mit dem Internationalen Olympischen Komitee IOC führen, und zwar generell und auf gleicher Augenhöhe. Bestehende olympiataugliche Sportanlagen sollen wiederverwendet werden, weltweit. Olympische Spiele würden dann in Zukunft nur noch virtuell über das Fernsehen stattfinden, reell würden sie an verschiedenen Orten stattfinden. Diese Diskussion muss man führen, aber nicht dann, wenn man kandidiert. Denn wenn man kandidiert, ist man gegenüber dem IOC immer am kürzeren Hebel.

Sie propagieren nichts anderes als das Ende von Olympischen Spielen.

Nein. Olympische Spiele würden an verschiedenen Stätten durchgeführt, die Alpinwettbewerbe hier, Hockey dort – je nachdem, wo bereits taugliche Sportanlagen vorhanden sind. Das IOC müsste sich nur davon verabschieden, dass mehrere verschiedene Disziplinen gleichzeitig am gleichen Ort stattfinden. Mit solchen Spielen könnte man die Ressourcen schonen, aber für solche Spiele ist das IOC nicht bereit, weil halt immer jemand auf dieser Welt für Olympische Spiele kandidiert. In Asien, Südamerika und in gewissen diktatorischen Staaten im Osten wird sich immer jemand finden, der sich mit Olympischen Spielen Aufmerksamkeit erkaufen kann.

*Stefan Grass leitet das Komitee Olympiakritisches Graubünden.

Die Südostschweiz
 
Nein

«In den nächsten 12 Jahren haben wir Ruhe»

Stefan Grass hat die Kampagne gegen Olympische Spiele in Graubünden geleitet. Seine Argumente hat er auch bei der Diskussion um solche Spiele in Bayern eingebracht. Nach allem was er in den letzten Monaten erlebt hat, ist für ihn klar, olympische Winterspiele haben im Alpenraum keine Chance mehr.

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Olympiabewerbung «München 2022»

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