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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

The Winner takes it all. The Winner is the IOC!

Seit 1915 hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) seinen Sitz in Lausanne und ist ein nach Schweizer Recht eingetragener Privatverein. Das IOC verfügt über die Olympischen Spiele und ist «Eigentümer» der olympischen Symbole und der Spiele. In der Olympischen Charta sind keine grossen ethischen oder sportphilosophischen Abhandlungen zu finden, im Gegenteil: In ihr und in dem Host City Contract mit den Gastgeberorten sind die Geschäftsbedingungen für die Vergabe der Olympischen Sommer- oder Winterspiele geregelt – und zwar genauestens.

Denn es geht um Geld, und zwar um immer mehr Geld. Wie der Fussball-Weltverband FIFA im Fall der WM zwingt das IOC jeder Regierung, die Olympische Spiele ausrichten möchte, Steuerbefreiung ab. Denn dieser Privatverein nach Schweizer Recht ist de facto ein globaler Konzern, verhandelt mit Staaten und Organisationen wie den UN und besitzt fast diplomatischen Status, unbehelligt von Strafgesetzen oder internationalen Konventionen.

Willige Bewerber akzeptieren alle Bedingungen

Das Zauberwort «Olympische Spiele» veranlasst Staaten und potentielle Ausrichterorte dazu, bereits im Vorfeld auf alle Bedingungen des IOC einzugehen, obwohl die Geschäftsgebaren des IOC als sehr umstritten gelten. Das IOC nutzt die Willigkeit der Bewerber um die Ausrichtung der Spiele, um Bedingungen zu diktieren, die Geschäftspartner im normalen Geschäftsleben weder fordern noch akzeptieren würden. Die Bewerberstädte geben ihre Unterschrift praktisch als Rechtsvorgänger des Organisationskomitees der Olympischen Spiele (OCOG) ab, obwohl ihnen keinerlei Einflussnahme eingeräumt wird. Das OCOG plant, finanziert und führt die eigentlichen Spiele durch. Dazu gehören die Organisationskosten und die Kosten für temporäre Einrichtungen. Zum OCOG Budget gehören die Einnahmen aus Fernsehrechten, Marketingrechten, Lotterie- und Münzprogrammen sowie Zuwendungen des IOC. Das gesamte Restrisiko wird von Bund, Land und Ausrichterorten getragen. Alle permanenten Einrichtungen, wie die Infrastrukturen und alles was verbleibt und nicht gleich wieder abgebaut wird, muss von den Ausrichterorten finanziert werden.

Sittenwidrige Knebelungsverträge

Die Entwürfe der Verträge des IOC mit den Bewerberorten wurde von den Juristen des Landes Salzburg bei ihrer Beurteilung des Host City Vertrages von Salzburg (Bewerbung 2014) als sittenwidrige Knebelungsverträge bezeichnet (Axel Doering, Gesellschaft für ökologische Forschung e.V.). Es liegt im alleinigen Ermessen des IOC, welchen Teil des Reinertrages aus dem Marketingprogramm und m Verkauf der Senderechte – als wesentlichsten Einnahmequellen – es dem OCOG überlässt. Das IOC hat die Möglichkeit, bei Nichteinhaltung von Verpflichtungen des OCOG nach alleinigem Ermessen Zahlungen bis zu 25 Prozent zurückzuhalten. Das IOC behält sich einseitige, inhaltlich völlig undefinierte und dem OCOG derzeit noch unbekannte Änderungen seiner technischen Leitfäden, Bücher und anderer Vorgaben vor, und zwingt u.a. das OCOG, sich an diese Änderungen anzupassen. Das OCOG darf Kapazität, Inhalte, Lage, Struktur, Konstruktion der laut Bewerbung vorgeschlagenen Austragungsstätten bzw. des Olympischen Dorfes ohne IOC-Zustimmung nicht ändern. Das heisst, dass das Kandidaturdossier für die Behörden gegenüber dem IOC verbindlich ist, bevor die für die Olympiabauten ordentlichen Baubewilligungsverfahren durchgeführt werden.

Die Agenda 2020 des IOC ändert mit ihren Verträgen an der Fremdbestimmung gegenüber den Ausrichtern nichts

„Agenda 2020“ – Wie das IOC sein Geschäftsmodell erweitern will

20.11.2014, aktualisiert 19.09.2017 Von Wolfgang Zängl (NOlympia.de)
Auslöser für diese „Reform“ war unter anderem der Rückgang der Bewerber für Olympische Winterspiele. Von ursprünglich neun wurden in Graubünden, München und Krakau die Bewerbungen 2022 abgewählt. Barcelona, Stockholm, Lviv/Lemberg und Oslo zogen zurück. Übriggeblieben sind zwei Diktaturen: Kasachstan mit Almaty und China mit Peking. Dazu kommt die abschreckende 50-Milliarden-Dollar-Party in Sotschi.

Thomas Bachs Olympia-Reform: Weniger Kosten, mehr Wettbewerbe

18.11.2014 Von Jens Weinreich im SPIEGEL
Agenda 2020: So heißt das Reformpaket, das das IOC in Lausanne vorgestellt hat. Das Paket soll die Bewerbungskosten für Olympische Spiele senken und Transparenz erhöhen. Von einer Revolution ist das IOC jedoch weit entfernt.

Alles hübsch inszeniert

10.12.2014 Von Thomas Kistner aus Monte Carlo in der Süddeutschen Zeitung
Das IOC will Olympia billiger machen. Aber wird es in Zukunft auch Ausrichterstädte wählen, die sich mit bescheidenen Konzepten bewerben? Die Selbstreform des olympischen Verbandes wirkt arg berechnend.

Vergabe von Sportereignissen: Warum nie der Beste Olympia gewinnt

30.07.2015 Von Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung
China oder Kasachstan? Katar oder Putin? Immer mehr Sportereignisse finden bei umstrittenen Gastgebern statt. Wo sportliche Großereignisse ausgetragen werden, entscheidet nicht mehr die Eignung des Kandidaten. Sondern politische und wirtschaftliche Interessen.

Ewig ruft Olympia

27.02.2017 Von Florian Gasser in der ZEIT (Seite 2)
Ökonomen der Universität Oxford veröffentlichten im vergangenen Jahr eine Studie zum Thema. Ihre Ergebnisse sind trist. Sie schreiben: "Eine Stadt und ein Land, die sich dafür entscheiden, Olympische Spiele durchzuführen, die entscheiden sich für eines der teuersten und finanziell riskantesten Megaprojekte, die es überhaupt gibt."

Olympische Sommerspiele zu verschenken

23.03.2017 Von Thomas Kistner in der Süddeutschen Zeitung
Los Angeles und Paris stehen für 2024 bereit - und sonst so? In der westlichen Welt will kaum einer mehr Olympische Spiele austragen.

Monopolympia

12.07.2017 Aus Lausanne berichtet Jens Weinreich im SPIEGEL
Glaubt man IOC-Chef Thomas Bach, gibt es eigentlich nur Gewinner: Die neuen Olympia-Gastgeber Paris und Los Angeles - und natürlich sein Komitee. Die Wahrheit sieht anders aus.

Unbehagen gegen das IOC

17.10.2017 Von Dominik Kortus: Olympia-Gastgeber dringend gesucht (n-tv.de)
Das nächste traditionelle Wintersportland sagt "Nein": Die Tiroler Bevölkerung hat der Bewerbung Österreichs mit Innsbruck für die Olympischen Winterspiele 2026 eine Absage erteilt. Die Probleme des IOC reißen nicht ab, die Gigantomanie stößt an Grenzen.

Das Volk legt oft das Veto zu Olympia ein

18.10.2017 Analyse von Hansueli Schöchli in der NZZ
Volksentscheide im In- und Ausland deuten auf wachsende Skepsis gegenüber Olympia.

Ist Olympia noch zu retten?

18.01.2018 Von Klaus Geiger in der WELT unter SPORT
Winter- und Sommerspiele drohen zum Auslaufmodell zu werden. Es gibt kaum noch Bewerber.

Die Hochrisiko-Spiele

14.03.2018 Ein Kommentar von Beobachter-Redaktor Peter Johannes Meier
Finanzielles Wagnis, abenteuerliche Planung, korrupte Funktionäre – warum die Winterspiele nicht am Volk vorbeigeschleust werden dürfen.

Das olympische Komitee muss Risiken für Winterspiele in der Schweiz tragen

27.03.2018 Kommentar von Jürg Krummenacher in der NZZ
Soll die Schweiz wieder einmal Gastgeber Olympischer Winterspiele sein? Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

01.06.2018 Analyse von Urs Lacotte (65), 2003 bis 2011 erster Generaldirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), in der NZZ
Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologieorientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Spuren des Geldes

05.06.2018 Von Sylke Gruhnwald und Michael Rüegg in der Republik
Das Internationale Olympische Komitee gilt als Geldmaschine. Neunzig Prozent seiner Einnahmen steckt der Verein in den Sport – gemäss eigenen Angaben. Stimmt das? Wir haben nachgerechnet.

Verblüffende Arroganz

11.06.2018 Evi Simeonis Analyse nach der Abstimmung im Wallis in der FAZ
Die Hoffnung auf ein Umdenken beim IOC wird mit jeder Abstimmungspleite kleiner. Aber der olympische Traum ist zu wertvoll, um ihn den Funktionären zu opfern.

Für Olympia-Träume fehlt das Geld

08.07.2018 Von Christian Bartlau nach dem Grazer-Rückzug im Deutschlandfunk
Dem IOC geht ein weiterer Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2026 abhanden. Das Österreichische Olympische Komitee hat die Bewerbung von Graz und Schladming gestoppt - und das kurz nach der Ankündigung der Politik, eine Volksbefragung abzuhalten.

Das Märchen von den Gratisspielen

10.10.2018 Aus Buenos Aires berichtet Jens Weinreich im SPIEGEL
Fünf Jahre ist Thomas Bach nun Chef des Internationalen Olympischen Komitees. Unter Bach wurden Verträge mit TV-Stationen und Sponsoren im Wert von etwa 14 bis 15 Milliarden Dollar abgeschlossen. Die Finanzen stimmen, doch die Diskussionskultur ist schlecht, Kritiker dringen kaum durch.

 
Ö1 Dimensionen am 28.09.2017 (Audio 25 MInuten)...

Grün ist nur der Rasen

Olympische Spiele oder eine Fußballweltmeister-schaft austragen zu dürfen, galt lange Zeit als Renom-mee für Städte und Länder. Doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Gemeinden und Regionen, die sich gegen eine Kandi-datur entschieden haben, gestiegen. Das Internatio-nale Olympische Komitee scheint inzwischen Proble-me zu haben, Bewerber für die Winterspiele in westlichen Ländern zu finden.

Spektakuläre Razzien in den letzten Monaten lassen ein System aus Geld, Gier und Macht vermuten. Auf dem Spiel stehen Glaubwürdigkeit und die olympische Idee...

Das System Olympia - Geld, Gier und Macht?

IOC-Präsident Thomas Bach gibt sich gerne als Vorkämpfer gegen Korruption und Doping. Weltweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen hohe IOC-Funktionäre: Wurden Spiele und Posten gekauft?

Siehe Video auf youtube...

Die Sportfalle - Olympia in Rio

Anlässlich der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ein Blick hinter die Kulissen. Die Auwirkungen auf die Bevölkerung sind dramatisch. Wie das IOC verdient auch die FIFA Milliarden Euro für TV-Übertragunsrechte und die Öffentlichkeit bleibt auf Schulden und Ruinen sitzen. Dieses einseitige «Spiel» wiederholt sich immer wieder.

Widerstand gegen Olympia und WM...

Widerstand gegen Olympia und WM

Unsinnige Stadien, vergeudete Milliarden, vertriebene Einwohner: So sieht die Bilanz von Olympischen Spielen etwa in Sotschi, Turin oder Athen aus. Viele Bürger wollen nicht mehr die Verlierer solcher Mega-Sport-Events sein.

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Warum Sotschi nicht in den Alpen liegt

Heute haben Olympische Winterspiele bei den AlpenbewohnerInnen kaum mehr Chancen.
CIPRA hat die Erfahrungen der letzten Jahre aufgearbeitet.

Barbara Wülser, CIPRA International:

Die Bürgerentscheide gegen "München 2022" und "Graubünden 2022" beweisen: Der Olympische Geist ist tot. Nur haben es noch nicht alle gemerkt.