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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Soll die Schweiz wieder einmal Gastgeber Olympischer Winterspiele sein? Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Das Wallis will keine olympischen Spiele

10.06.2018

Die Walliser Stimmbevölkerung hat eine finanzielle Beteiligung des Kantons von 100 Millionen Franken an den Olympischen Winterspielen 2026 abgelehnt. Das war die entscheidende Hürde für die Kandidatur, die bis Anfang 2019 beim Internationalen Olympischen Komitee hätte eingereicht werden müssen. Nun wird die Kandidatur zurückgezogen. Die Stimmbeteiligung lag bei 62,6 Prozent. (SRF News)

The looser is the IOC
The looser is the IOC

Das Oberwallis hätte die olympischen Spiele gewollt – allerdings auch nur knapp: 51,05 Prozent sagten Ja. Im Mittelwallis stimmten 53,67 Prozent Nein, im Unterwallis gar 58,1 Prozent. Und die vorgesehene Gastgeberstadt Sitten will erst recht nichts vom Grossanlass wissen: 60,9 Prozent haben dort den kantonalen Kredit von 100 Millionen Franken für olympische Spiele im Wallis abgelehnt.

Für den Projekt-Promotoren Hans Stöckli ist klar, dass die Kandidatur nun zurückgezogen wird. Es sei nicht gelungen zu belegen, «dass olympische Spiele meistens zu Gewinnen führen».

"Das ist ein Denkzettel für das IOC." Laura Schmid, Komitee «Nein zu Sion 2026»

«Ich freue mich sehr», sagt hingegen Laura Schmid vom Komitee «Nein zu Sion 2026». Das deutliche Resultat sei ein Denkzettel für das IOC: «Spiele, die immer grösser werden und immer mehr Schulden hinterlassen, haben keine Zukunft.»

Die Gegnerinnen: Bekämpft wurde das Projekt vor allem von den Grünen, der SP, der SVP und den Umweltorganisationen. Sie warnten vor den finanziellen Risiken und befürchteten, dass die Kosten zu tief veranschlagt waren.

Die Befürworter:
Allen voran Vertreter der Kantonsregierung, aber auch Sportler wie Pirmin Zurbriggen hatten zusammen mit Jürg Stahl (SVP) und Hans Stöckli (SP) von Swiss Olympic versucht, die Leute von «nachhaltigen und zukunftsweisenden Spielen im Herzen der Schweizer Alpen» zu überzeugen.

Geschafft!

Medienmitteilung des Komitees «Nein zu Sion 2026» vom 10. Juni2018

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich, dass sich die Walliser Stimmbevölkerung gegen die Durchführung der Olympischen Winterspiele entschieden hat. «Offenbar haben sich rationale Überlegungen über die Folgen und Risiken von Olympischen Winterspielen gegenüber dem emotionalen Abstimmungskampf der Befürworter durchgesetzt», sagt Brigitte Wolf, Präsidentin der Grünen Oberwallis. Das Votum zeigt klar: Jetzt ist eine Denkpause nötig. «Wir sind überzeugt: Der Alpenraum braucht keine Mega-Events, sondern mehr Schutz und eine nachhaltige Entwicklung», sagt Laura Schmid, Geschäftsführerin des WWF Oberwallis.

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert. Dazu gehören z.B. die Förderung des Breitensports, aber auch der Unterhalt der Infrastrukturen und Investitionen in die Entwicklung eines sanften 4-Jahreszeiten Tourismus.

Kontakt:

Brigitte Wolf, Präsidentin Grüne Oberwallis 079 456 95 54
Laura Schmid, Geschäftsführerin WWF Oberwallis 076 552 18 20

Medienmitteilung der Grünen Oberwallis vom 10. Juni 2018

Die Grünen Oberwallis freuen sich über das klare Resultat zu Olympia

Die Grünen Wallis haben sich im Abstimmungskampf an vorderster Front gegen «Sion 2026» engagiert. Wir sind erfreut, dass die Walliser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger klar Nein sagen zu diesem Projekt. Das Abstimmungsergebnis ist ein grosser Erfolg für die Grünen im Wallis.

Alles, was im Wallis Rang und Namen hat, weibelte während Wochen und Monaten für «Sion 2026» und verspracht der Bevölkerung das Blaue vom Himmel. Das Volk schätzte die Risiken von Olympischen Winterspielen jedoch höher ein als die Chancen. Die Mehrheit der Walliserinnen und Walliser glaubte nicht, dass der 100-Millionen-Kredit für Infrastruktur und Sicherheit genügt hätte, und hatte Angst, dass das Wallis nach Olympia mit einem Schuldenberg dastehen würde. Zudem glaubte man den Promotoren nicht, dass keine neuen Infrastrukturen gebaut würden und dass Olympische Winterspiele nachhaltig durchgeführt werden könnten. Zu gross ist dieser Megaevent in den letzten Jahrzehnten geworden – zu viele negative Beispiele gab es in der Vergangenheit. Dazu beigetragen hat auch das ramponierte Image des IOC.

Die Grünen stellen sich nicht grundsätzlich gegen Sportveranstaltungen. Diese sollten aber unserer Region entsprechen und an unsere Verhältnisse angepasst sein. Wir denken zum Beispiel an Ski- oder Snowboard-Weltmeisterschaften in Crans Montana, Langlauf- und Biathlon-Wettkämpfe im Goms, die Patrouille des Glacier zwischen Zermatt und Verbier, Curling-Wettbewerbe in Champéry, eine Etappe der Tour de France usw. Die Grünen sind aber froh, dass der Kanton nicht 100 Millionen Franken – oder auch mehr – für ein einziges Sportereignis von wenigen Wochen und fremdbestimmt unter der Ägide des IOC ausgibt, während er bei der Sozialhilfe, bei den Krankenkassenprämien-Verbilligungen, bei den Beiträgen für Berufsbildung und Stipendien usw. spart.

Die Grünen sind zudem froh, dass sich das Wallis nun wieder auf andere Dinge als Olympia konzentrieren kann. Der Tourismus steht vor grossen Herausforderungen. Stichworte dazu sind die Förderung des Ganzjahrestourismus, der Unterhalt und die Erneuerung von bestehenden Anlagen, die Zusammenarbeit mit der regionalen Landwirtschaft, die Förderung von umweltfreundlichen Tourismusformen, die Anpassung an den Klimawandel... «Sion 2026» hätte kein einziges dieser Probleme gelöst.

Kontakt:
Brigitte Wolf, Präsidentin Grüne Oberwallis, 070 356 95 54

Katzenjammer bei Olympia-Fans: Wallis sagt Nein zu Sion 2026

10.06.2018. Winterspiele wird es in der Schweiz auf absehbare Zeit keine geben. (Basler Zeitung)

71'579 Stimmberechtigte sagten am Sonntag im Kanton Wallis Nein zum 100-Millionen-Kredit, 61'019 Stimmberechtigte legten ein Ja in die Urne. Damit lag der Nein-Stimmenanteil bei 53,98 Prozent, der Ja-Stimmenanteil betrug lediglich 46,02 Prozent.

Einzig im Oberwallis fand der Kredit mit einem Ja-Stimmenanteil von 51 Prozent Zustimmung, wobei der Hauptort Brig mit 57 Prozent ebenfalls Nein sagte. Die Kantonshauptstadt Sitten (Sion) als geplante Gastgeberstadt verwarf die Kostenbeteiligung mit 61 Prozent. Aber auch Zermatt (54 Prozent), Siders (57 Prozent) und Martigny (61 Prozent) sagten Nein zur finanziellen Unterstützung.

Im Unterwallis war die Ablehnung mit 57 Prozent am stärksten, aber auch das Mittelwallis wollte mit einem Nein-Stimmenanteil von 51 Prozent nichts von Olympischen Winterspielen «Sion 2026» wissen. Die Stimmbeteiligung betrug 62,6 Prozent. Der Nein-Trend hatte sich in den Umfragen bereits abgezeichnet.

Mit dem Nein des Kantons Wallis ist die Westschweizer Kandidatur «Sion 2026» gescheitert. Die Wettkämpfe sollten in den Kantonen Wallis, Waadt, Freiburg, Bern und Graubünden stattfinden.

Der Bundesrat hatte dem Parlament beantragt, das Projekt «Sion 2026» mit bis zu 994 Millionen Franken zu unterstützen. Das Kandidatur-Dossier sollte bis Anfang 2019 beim Internationalen Olympischen Komitee IOC eingereicht werden. Die Vergabe erfolgt im September 2019 in Mailand.

Für die Austragung der Winterspiele 2026 interessierten sich noch sechs weitere Kandidaten: Calgary (Kanada), Cortina d'Ampezzo/Mailand/Turin, Graz, Sapporo, Stockholm und Erzurum in der Türkei. Die nächsten Winterspiele finden 2022 in Peking statt.

FREUDE BEIM WWF

Umweltorganisationen haben sich erfreut über das Nein zur finanziellen Beteiligung an Olympischen Winterspielen im Kanton Wallis geäussert.

Der WWF Schweiz sprach von einem Entscheid für die Alpen. Der Alpenraum brauche keine Mega-Events, sondern mehr Schutz und eine nachhaltige Entwicklung, wird Laura Schmid, Geschäftsführerin des WWF Oberwallis, in einer Mitteilung zitiert.

Auch die Grünen Wallis, die sich an vorderster Front gegen «Sion 2026» engagiert hatten, äusserten sich erfreut über das klare Resultat. Die Mehrheit der Walliserinnen und Walliser habe nicht geglaubt, dass der 100-Millionen-Kredit für Infrastruktur und Sicherheit genügt hätte und habe Angst gehabt, dass das Wallis nach Olympia mit einem Schuldenberg dastehen würde.

Auch Mountain Wilderness Schweiz will sich weiterhin für olympiafreie Alpen einsetzen. Die heutige Grössenordnung der Spiele würde sich beachtlich auf das sensible Ökosystem der Alpen auswirken, auch ohne zusätzliche Prestige-Bauten. Schon heute erfordere das Aufrechterhalten des Skibetriebes in vielen Gebieten enorme technische Hilfsmittel in Form von Beschneiung.

Für den Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) ist das Schweizer Olympiaprojekt beerdigt. Das dezentrale Konzept von «Sion 2026» hätte zu einem enormen Verkehrsaufkommen über grosse Distanzen geführt, kritisiert der VCS. Mit dem vorliegenden Konzept habe das Dilemma zwischen der Nutzung von bestehenden Infrastrukturen und einem ökologischen Verkehrskonzept nicht gelöst werden können. Das Versprechen, einen möglichst hohen Anteil des Verkehrs auf der Schiene zu bewältigen, sei nicht konsequent umgesetzt worden. Der VCS äussert sich auch überzeugt, dass sowohl das Gesamtbudget wie auch das Walliser Budget zu tief angesetzt waren.

 
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OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Anscheinend ist die Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung noch größer als vermutet. Das ÖOC hat deshalb die Reißleine gezogen und will der steirischen Landesregierung den schwarzen Peter dafür zuschieben. Wesentlich war aber der Druck von unten. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Bündnerinnen und Bündner wollen schuldenfrei bleiben, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.