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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Dem IOC gehen die Bewerber aus

19.10.2018

Zu teuer: Der Stadtrat von Stockholm hat bereits abgewunken, Calgarys Bürger stimmen im November ab, und Mailands Planungen sind äußerst vage. Es geht um nicht weniger als das Überleben der Winterspiele. (SPIEGEL ONLINE)

Aus Buenos Aires berichtet Jens Weinreich

(...)

Nachdem für die Sommerspiele 2024 nur die Interessenten Paris und Los Angeles übrig geblieben waren, fasste das IOC einen historischen Doppelbeschluss und vergab die Spiele 2024 an Paris und 2028 an Los Angeles. Im Winter bleibt die Lage desaströs. Für 2018 gab es mit großer Mühe drei Bewerber, für 2022 blieben zwei übrig. Es geht um das Überleben der Winterspiele, nachdem im Winter-Kernland in den Alpen, wo das IOC liebend gern wieder Spiele hätte, drei Projekte bei Volksabstimmungen scheiterten: Graubünden, Innsbruck/Tirol und Sion.

Drei Bewerber für 2026: Stockholm, Calgary und Mailand

In der vergangenen Woche ernannte die IOC-Vollversammlung in Buenos Aires nun drei Olympiakandidaten für 2026: Calgary, Stockholm und Mailand (gemeinsam mit Cortina d'Ampezzo). Schon drei Tage später folgte der nächste Rückschlag: Der neuformierte Stadtrat von Stockholm lehnte die Bewerbung ab.

Doch Schwedens NOK und das Bewerberkomitee machen einfach weiter. Sie folgen der offiziellen IOC-Doktrin, nach der skeptische Politiker und Steuerzahler die Segnungen der Olympischen Spiele nur nicht richtig verstehen - man müsse sie lediglich besser erklären. Auch Bach hat das schon vor Ort in Stockholm versucht.

Stockholm tritt gemeinsam mit den weit entlegenen alpinen und nordischen Hochburgen Åre und Falun an. Für Bob, Rodeln und Skeleton würde die Bahn im lettischen Sigulda genutzt. Insofern spart man Kosten im Vergleich zur bisherigen Olympiapraxis, Kunsteisbahnen und Sprungschanzen neu zu errichten. Belastbare Zahlen sucht man im jüngsten IOC-Bericht aber vergeblich.

Stattdessen behaupten Stockholms Olympiaplaner, wie IOC-Vize Samaranch, der Organisationsetat (im Fachjargon OCOG-Budget genannt) komme ohne Steuermittel aus. Einer der vielen Tricks dabei: Die ausrichtenden Städte, Regionen und die schwedische Regierung müssen Garantien abgeben, die zwar reduziert wurden, aber immer noch die kompletten Sicherheits- und medizinischen Kosten sowie die kostenlose Bereitstellung aller Sportstätten umfassen - und die Zusicherung, etwaige Verluste des Organisationskomitees auszugleichen.

Viele Fragen bleiben offen, etwa die Finanzierung des Olympischen Dorfs, oft eines der größten Probleme bei Olympia. Das Dorf wird, wie vieles andere, nicht dem OCOG-Etat, sondern dem separaten Infrastrukturetat zugerechnet. Die Kosten für Sicherheit und medizinische Versorgung, die komplett aus Steuermitteln beglichen werden, sollten sich in der Größenordnung von mindestens 500 Millionen Euro bewegen - nach oben offen.

Die Kanadier stimmen am 13. November ab

Im kanadischen Calgary, wo am 13. November die Bürger über die Olympiabewerbung entscheiden, operiert man transparenter und nennt mehr Zahlen. Auf derzeit 610 Millionen Dollar beziffert man beispielsweise die Kosten für Sicherheit und Medizin. Der OCOG-Etat soll zu 90 Prozent privat finanziert werden. Wobei zu dieser sogenannten privaten Finanzierung auch der IOC-Zuschuss von 925 Millionen Dollar aus dem weltweiten olympischen Vermarktungsprogramm zählt, mit dem alle drei Bewerber planen können. Insgesamt werden drei Milliarden kanadische Dollar (rund zwei Milliarden Euro) aus öffentlichen Kassen veranschlagt.

Mit belastbaren Zahlen kann der dritte Bewerber, Mailand, nicht aufwarten. Im Grunde steht dort gar nichts fest - nur das Versprechen, den Organisationsetat hundertprozentig "privat" zu finanzieren. Dabei müssen am 11. Januar 2019 beim IOC die Unterlagen inklusive der Regierungsgarantien abgegeben werden. In Italien haben zuletzt aber schon zweimal Politiker die unausgereiften und hochriskanten Olympiapläne von Rom beerdigt (für die Sommerspiele 2020 und 2024). Für das Winter-Abenteuer 2026 gibt es bislang keinerlei Zusagen der Regierung in Rom.

IOC-Präsident Bach setzt auf Italiens NOK-Präsidenten Giovanni Malagò, ein Feierbiest, das IOC-Leute gern mit Montecristo-Zigarren versorgt. Malagò wurde in Buenos Aires in einem schrägen Verfahren vorab als persönliches Mitglied ins IOC aufgenommen. Dabei ist laut Olympischer Charta nur ein persönliches Mitglied pro Land vorgesehen. Italien hat in Mario Pescante und Franco Carraro aber schon zwei.

Berlusconis ehemaliger Sportminister Pescante scheidet Ende dieses Jahres aus, Roms ehemaliger Bürgermeister Cararro Ende kommenden Jahres. Eigentlich hätte Malagò also erst 2020 IOC-Mitglied werden können. Doch wird ihm diese Ehre schon ab 1. Januar 2019 gewährt. Zehn Tage später soll er die Bewerbungsunterlagen abliefern. Es könnte gut sein, dass Mailand (und Cortina) bis dahin als einziger Kandidat übrig bleibt, weil sich Stockholm und Calgary in den nächsten Wochen offiziell verabschieden.

Es bleibt allerdings auch die Gefahr, dass das IOC im Januar ohne Olympiabewerber dasteht.

2026 und das große Misstrauen

Die Zahl der Olympia-Interessenten sank in den vergangenen Jahren akut, trotz der angeblichen Segnungen von Bachs viel beschworener Agenda 2020 und den tatsächlich reduzierten Pflichtenheften des IOC. Im September 2013 wurde Bach IOC-Präsident – seit Anfang 2013 scheiterten 15 Olympiabewerbungen am Widerstand von Steuerzahlern und Politikern, dazu zählen die Referenden in München (Winterspiele 2022) und Hamburg (Sommerspiele 2024).

Hier mal die Liste seit Februar 2013 (womöglich unvollständig, wobei ein weiterer Kandidat, Lwiw, für 2022 wegen des Krieges in der Ukraine ausscheren musste), zu den meisten Bewerbungen und Abstimmungen gibt es im Blog Beiträge.

  1. Rom 2020
  2. Wien 2028
  3. Graubünden 2022
  4. Krakow 2022
  5. Oslo 2022
  6. München 2022
  7. Stockholm 2022
  8. Boston 2024
  9. Budapest 2024
  10. Rom 2024
  11. Hamburg 2024
  12. Graubünden 2026
  13. Tirol/Innsbruck 2026
  14. Wallis/Sion 2026
  15. Graz/Schladming 2026
 

OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

Das Komitee «Nein zu Sion 2026» freut sich über das Nein

Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

Bündnerinnen und Bündner wollen schuldenfrei bleiben, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.