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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

081 250 67 22
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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Was macht Bundesrat Ueli Maurer?

Wer bezahlt Kostenüberschreitungen falls St. Moritz 2022 den Zuschlag für die olympischen Winterspiele bekommt?

Beiträge des Bundes an die Olympischen Winterspiele Schweiz 2022

Stellungnahme der vbu Vereinigung Bündner Umweltorganisationen 

Sehr geehrter Herr Bundesrat Maurer,
Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir bedanken uns für die Möglichkeit, zu den geplanten Anträgen an die eidgenössischen Räte für einen Verpflichtungskredit zur Unterstützung der Kandidatur für olympische Winterspiele in der Schweiz Stellung nehmen zu können. Anita Mazzetta und Hans F. Schneider sind ebenfalls Mitglieder im Vorstand der vbu, daher stammen die Informationen aus dem Treffen in Magglingen direkt von ihnen z.H. der vbu. Als Dachverband der Umweltorganisationen in Graubünden befassen wir uns in der vbu seit vielen Jahren mit der Thematik von sportlichen Grossveranstaltungen in den Alpen. Basierend auf unseren Erkenntnissen und Erfahrungen nehmen wir zum geplanten Vorhaben wie folgt Stellung:

Zusammenfassung unserer Einschätzung und Anträge:
Sportliche Grossveranstaltungen wie die Olympischen Winterspiele sind kaum je nachhaltig und haben in der Regel nur kurzfristige Effekte. Langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Effekte können bis heute nicht empirisch nachgewiesen werden. Die zeitliche und örtliche Massierung von Menschen führen bei Olympischen Winterspielen zwangsläufig zu einer hohen Belastung und Beeinträchtigung für Umwelt und Gesellschaft. Um diesen Effekt im erforderlichen Ausmass zu vermindern, müsste die Ausgestaltung Olympischer Spiele von Grund auf verändert werden. Glaubhafte Zeichen zu einer diesbezüglichen Bereitschaft auf Seiten des IOC können aufgrund der heute vorliegenden Erfahrungen und Dokumente jedoch nicht ausgemacht werden. Aus diesem Grund lehnen wir Olympische Winterspiele in der Schweiz heute wegen mangelnder Nachhaltigkeit grundsätzlich ab.

Wir befürworten jedoch den vorgesehenen Entwicklungsprozess zur Nachhaltigkeit (NIV). Ein derartiges Vorhaben soll jedoch unabhängig von einer Olympiakandidatur umgesetzt werden und nicht durch unvorhersehbare Entwicklungen beeinträchtigt werden. Das NIV-Projekt kann auch im Rahmen von bestehenden und bereits geplanten internationalen sportlichen Grossanlässen in den Schweizer Alpen aufgegleist werden, um die Diskussion und Projekte für Nachhaltigkeit, Innovation und Vermächtnis in den Alpen voran zu bringen. Als Beispiel sei hier die Ski-WM St. Moritz 2017 genannt, die sich dank ihrer internationalen Ausstrahlung als Plattform für ein NIV-Projekt bestens eignen würde.


Chur, 29.10.2012, Dr. Hansjörg Bhend
Präsident der vbu Vereinigung Bündner Umweltorganisationen

Der Bund investiert eine Milliarde auch ohne Olmypia

Der Bund investiert so oder so im grossen Stil in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in und nach Graubünden. Der Olympiazirkus braucht deswegen nicht in Davos und St. Moritz Halt zu machen – ganz abgesehen von den Verkehrslawinen, die seinetwegen auf die Bündner Strassen zurollen werden.

Im erläuternden Bericht zu den Beiträgen des Bundes an die Olympischen Winterspiele (OWS) Schweiz 2022 wird unter „Verkehr“ festgehalten, was aus nationaler Sicht an Verkehrsinfrastrukturbauten nötig sind. Ein Wolfgangtunnel und ein direkter SBB-Anschluss von Chur zum Flughafen Kloten wird dabei nicht mal erwähnt; offenbar kein Thema beim Bund trotz Olympia.

Zwischen Zürich und Chur beträgt die maximale Kapazität 7’300 Personen pro Stunde und Richtung. Die voraussichtliche Nachfrage während der OWS von 6’000 Reisenden pro Stunde kann mit dem vom Bund für 160 Mio. Franken vorgesehenen Halbstundentakt Zürich–Chur bewältigt werden. Zur nötigen Steigerung der Kapazitäten der Rhätischen Bahn (RhB) auf den Linien nach Davos und St. Moritz sollen alle Züge während der OWS nach einem Ringzugkonzept verkehren: von Landquart via Vereinatunnel nach St. Moritz und via Albulatunnel zurück nach Chur. Dies erfordert jedoch einen Busersatzverkehr in Gegenrichtung für die Einheimischen und Gäste.

Zusammen mit den bereits vorgesehenen Investitionen beim Rollmaterial von 350 Mio. können so 25’000 Personen pro Tag transportiert werden. Der Ersatz des Albulatunnels wird mit 220 Mio. vom Bund bereits mitfinanziert. An neuen RhB-Infrastrukturen müssten – wie längst geplant – für 65 Mio. die Umfahrung und Doppelspur Bever und der Bahnhof Celerina realisiert werden; hinzu kämen – bisher noch nicht eingeplant – 105 Mio. Franken für Doppelspur Rheinbrücke Reichenau–Tamins, Bahnhof Landquart und neue Blockstellen.

Die Anzahl ZuschauerInnen an den OWS beläuft sich auf bis zu 112’000 pro Tag. Wenn rund 25’000 Personen mit der RhB reisen können, heisst dies: An Spitzentagen müssen 87’000 Besucher mit Bussen nach St. Moritz und Davos befördert werden. Bei einer durchschnittlichen Belegung entspricht dies rund 1’740 Busfahrten pro Tag und Richtung von oder nach Davos bzw. St. Moritz. Was ist mit den Volontaris, Medienleuten, IOC-Tross, Sicherheitsdiensten? Und die Einheimischen stecken ebenfalls in den Bahnersatzbussen in Gegenrichtung zum Ringzug fest!

Bis 2025 werden vom Bund zusätzlich zu den regulären Beiträgen an Strasse und Schiene insgesamt 800 Millionen in Verbesserungen der Verkehrsnetze auf Bündner Boden investiert. Dank OWS kommen allenfalls noch 200 Millionen vorzeitig dazu! Dafür müssen wir die absehbare Verkehrsüberlastung an OWS nicht in Kauf zu nehmen!

 
Bild: hansjoergwalter.com / Tages Woche
Bild: hansjoergwalter.com / Tages Woche
 
NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherr-lichkeit internationaler Sport-verbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdarstellung.

Pro Natura Schweiz

Trilogie zu Sion 2026 im Pro Natura Magazin

Bei den beiden Olympia-Absagen in Graubünden hat er die Fäden gezogen, nun ist Stefan Grass zuversicht-lich, dass sich auch der Kanton Wallis gegen eine Olympia-Kandidatur aus-spricht – aber nicht nur aus Umweltgründen.

Anfang Juni entscheidet die Walliser Stimmbevölkerung, ob der Kanton die Kandidatur von Sion für die Olympischen Winterspiele 2026 unter-stützen soll. Thierry Largey, Walliser Kantonsrat für die Grünen und Geschäftsfüh-rer von Pro Natura Wallis, geht davon aus, dass sich die Fronten bis dahin verhärten werden.

Sion bewirbt seine Olympia-Kandidatur als nachhaltig. Doch können Olympische Spiele überhaupt nachhaltig sein? Der Wirtschaftspro-fessor und Olympia-Experte Andrew Zimbalist verneint dies entschieden.

Laura Schmid
Laura Schmid

WWF gegen Sion 2026

Olympische Spiele sind immer und überall eine untragbare Belastung für die Umwelt, die Landschaft und die öffentlichen Finanzen. Nachhaltige, ökologische Olympische Spiele sind eine Illusion. Unsere Alpen brauchen mehr Schutz und eine nachhaltige Entwicklung; olympische Spiele sind das Gegenteil davon.

Silva Semadeni
Silva Semadeni

Die Bündner SP-Nationalrätin Silva Semadeni hat im Nationalrat einen Sieg im Kampf um eine nationale Olympia-Abstimmung errungen. Sie verrät, was sie an Olympia stört und wie es nun weitergehen soll.

Fakultatives Referendum für die Unterstützung Olympischer Spiele durch den Bund

Die nationale Bedeutung Olympischer Spiele wird nicht bestritten. Unbestritten ist auch, dass ein solcher Grossanlass zu aller erst der breiten Zustimmung der Behörden und der Bevölkerung in den direkt betroffenen Gemeinden und Kantonen bedarf. Die Zustimmung der Schweizer Bevölkerung für das kostspielige nationale Grossereignis ist aber ebenso kohärent.

OWS 2026: Kosten und Finanzierung

Der Bund muss einen Grossteil der Finanzierung und das Risiko für die Durchführung der Spiele übernehmen und gegenüber dem IOC die entsprechen-den Garantien abgeben. Bund und Kantone werden auch für die wegen Terrorgefahr gestiegenen Sicherheitskosten aufkommen müssen.