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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Olympiafreie Alpen!

Die Alpen waren schon mehrmals Austragungsort für die Olympischen Winterspiele, zuletzt 2006 in Turin. In den letzten Jahren scheiterten alle Kandidaturen aus den Alpen, sei es, weil das Internationale Olympische Komitee (IOC) anderen, mächtigeren Kandidaten den Vorzug gab, sei es, weil die örtliche Bevölkerung sich dagegen aussprach.

Eine Auswertung der Erfahrungen zeigt: In Demokratien wie den Alpenländern haben Olympische
Winterspiele einen schweren Stand. Die Menschen sind nicht mehr bereit, ausufernden Gigantismus, Umweltschäden, unkalkulierbare Kosten und das Diktat des allmächtigen IOC zu akzeptieren. Die vorliegende Sammlung von Erfahrungsberichten, Argumenten und fachlichen Informationen legt dar, warum Olympische Winterspiele in ihrer derzeitigen Form in den Alpen keinen Platz mehr haben.

POSITIONSPAPIER CIPRA

CIPRA International fordert, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen in den Alpen keine Olympischen Winterspiele mehr geplant und durchgeführt werden. Die Alpen sollen olympiafrei bleiben, so wie sie es seit 2006 waren. Olympische Winterspiele in der derzeitigen Form sind weder umwelt- noch sozialverträglich. Die CIPRA lehnt daher Olympische Winterspiele in den Alpen – wie auch anderswo – in ihrer heutigen Form ab. Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass die Berge sich nicht für diesen umweltzerstörerischen und ruinösen Grossanlass eignen. Volksabstimmungen in Graubünden und München weisen darauf hin, dass breite Kreise der Alpenbevölkerung kaum mehr bereit sind, die Belastungen von Olympischen Winterspielen in Kauf zu nehmen.

Die Alpen sind ein sensibler Natur- und Kulturraum, der sich nicht für Olympische Winterspiele in der heutigen Form eignet. Deren Ausrichtung nimmt mittlerweile Dimensionen an, die für die meist kleinräumig strukturierten Alpenregionen nicht mehr verkraftbar sind. Die Anforderungen von Olympischen Winterspielen an Verkehrsinfrastrukturen, Sportanlagen und Beherbergungsangebote sind derart hoch, dass diese in den Alpen nicht mehr erfüllt werden können. Die Aufblähung der Spiele mit immer mehr Wettbewerben überfordert die Austragungsorte und ihre Regionen. Die Belastungen von Olympischen Winterspielen haben für Natur und Mensch eine Schwelle überschritten, die nicht mehr akzeptabel ist.

Auch die vom Internationale Olympischen Komitee (IOC) erstellte Agenda 2020 stellt kein wirklicher Fortschritt dar. Die 40 darin enthaltenen Empfehlungen dienen einzig dazu, die westlichen Länder wieder ins Boot zu holen. Erst wenn das IOC seine Regelwerke und Strukturen von Grund auf überarbeitet, demokratische Grundwerte in den Ausführungsländern garantiert und die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung bei der Planung und Durchführung von Olympischen Winterspielen berücksichtigt, kann in den Alpen wieder über eine Neu-Auflage diskutiert werden.

Immer grössere Eingriffe in Natur und Landschaft

Skipisten, Beförderungsanlagen, Sportstadien, Zufahrtstrassen und Parkplätze benötigen immer mehr Flächen und ziehen bedeutende Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft nach sich. Der Klimawandel, der gerade für die Zukunft des Alpenraums ein wesentliches Problem darstellt, spielt für die Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und für viele PolitikerInnen der Bewerberorte offenbar keine Rolle. Schneemangel und Wetterkapriolen werden als technisch beherrschbare Dimensionen dargestellt, oder man sieht einfach darüber hinweg. Will man noch halbwegs Schneesicherheit garantieren, ist zwingend Kunstschnee aus immer leistungsstärkeren Anlagen notwendig. Kunstschnee wird in Depots übersommert oder in Schneefabriken produziert. Solche Anlagen erfordern immer mehr Eingriffe in die Landschaft, mehr Energie und mehr Wasser.

Knebelverträge des IOC

Mit den geltenden Reglementen und Vertragsbedingungen des IOC ist es nicht mehr verantwortbar, Olympische Winterspiele in den Alpen durchzuführen. Das Vorgehen des IOC ist intransparent und dessen Vorgaben sind undemokratisch. Daran ändert auch die neu aufgelegte Agenda 2020 nichts. Mit seinen Host-City-Verträgen nimmt das IOC den Gemeinden und Regionen jegliche Selbstbestimmung. Es gibt keine verbindlichen Zusagen des IOC, dass an den Entscheidungsgrundlagen, die einer Volksabstimmung zu Grunde liegen, nichts mehr geändert wird. Diese Strategie mag in autokratisch regierten Ländern vielleicht aufgehen, aber für demokratische Nationen ist dies ein unhaltbarer Zustand. Wichtige Themen wie Umwelt und Nachhaltigkeit, die für die Regionen und Gemeinden in den Alpen auf der Tagesordnung stehen, bilden für das IOC keinen ernstzunehmenden Schwerpunkt.

Die CIPRA fordert eine grundlegende Reform des IOC wie auch der Regelwerke für die Planung und Durchführung Olympischer Winterspiele. Olympische Winterspiele müssen wieder zu Spielen der Jugend und zu einem Symbol für Frieden und Freiheit werden. Sie müssen transparent sowie sozial- und umweltverträglich vorbereitet und durchgeführt werden.

Wirtschaftliches Desaster für Regionen

Eine ehrliche Kosten-Nutzen-Rechnung der Olympischen Spiele ergibt für die Steuerzahlenden eine klar negative Bilanz. Keine einzige Studie kann ernsthaft nachweisen, dass die Spiele in einer Alpenregion andauernd und positiv zur Wirtschaftsentwicklung beigetragen hätten. Im Gegenteil: Die Erfahrungen zeigen, dass die ökonomischen Effekte von Olympischen Spielen nur kurzfristig wirksam sind – wenn überhaupt. Zurück bleiben in den Austragungsorten in der Regel die Schulden. Olympia setzt zudem mit dem schneegebundenen Wintersport auf den falschen Markt und privilegiert werbetechnisch einseitig die bereits bekannten Destinationen. Den peripheren Regionen bleiben die Schulden und Ruinen. So erging es zum Beispiel den italienischen Tälern Susa und Chisone nach «Torino 2006».

Die Zukunft der Alpen: Olympiafrei!

Unter diesen Voraussetzungen kann die Zukunft der Alpen nur olympiafrei sein. Gemeinden und Regionen der Alpen sollen zukünftig darauf verzichten, sich für Olympische Winterspiele zu bewerben. Auf die Lancierung von teuren Kandidaturen, die den Staat und die Gemeinden viel Geld kosten, das dann andernorts fehlt, soll grundsätzlich verzichtet werden. Angesichts der fehlenden Bereitschaft des IOC, bei den Winterspielen einen radikalen Kurswechsel zu vollziehen, sollen die Alpenregionen ihre Konsequenzen ziehen: Olympiafreie Alpen heute und in Zukunft!

Erfahrungsberichte

www.cipra.org/de/dossiers/olympische-winterspiele/erfahrungsberichte

Kandidatur Graubünden 2022
Die Bündner Regierung wollte die Grundsatzfrage zu Olympischen Winterspielen (OWS) «St. Moritz 2022» als Kantonsabstimmung durchführen, die Gemeindebehörden in St. Moritz und Davos taten dies zusätzlich als Kommunalabstimmungen. Das geplante Budget wurde vom Bund bestätigt: für die Kandidatur 60 Millionen Franken... Mehr »

Die Kandidaturen von München für 2018 und 2022
Die Kandidatur Münchens für 2018 wurde im November 2007 zunächst ohne jede Bürgerbeteiligung und Diskussion, fast ohne Gegenstimmen, im Stadtrat Münchens, dem Gemeinderat Garmisch-Partenkirchens und dem Kreistag im Berchtesgadener Land beschlossen. Eine Bürgerbeteiligung war ausdrücklich nicht vorgesehen... Mehr »

Die Kandidatur von Annecy für die Olympischen Winterspiele 2018
Das französische Komitee im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beschloss, sich um die Winterspiele von 2018 zu bewerben. Annecy wurde unter mehreren Städten (Grenoble, Nizza, Ecrins-Pelvoux) ausgewählt. Die Entscheidung war politisch motiviert, auch wenn dies stets dementiert wurde... Mehr »

Vancouver 2010: Der nacholympische Zahltag
Statt zwei kosteten die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver unter dem Strich sieben bis acht Milliarden Kanadische Dollar. Jahrzehnte lang müssen die Kanadier nun Schuldendienst leisten – für 17 Feier-Tage... Mehr »

Olympische Winterspiele Turin 2006
Die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin fanden im ehemaligen Fiat-Präsidenten Gianni Agnelli einen grossen Unterstützer. Er nutzte seinen internationalen Einfluss, um das Internationale Olympische Komitee (IOC) für die Stadt im Piemont zu gewinnen... Mehr »

Salzburgs Kandidaturen für Olympische Winterspiele
Auf Initiative der Wirtschaftskammer Salzburg und auf Drängen der grossen Bergbahnen finanzierte das Bundesland Salzburg eine Machbarkeitsstudie für eine Bewerbung für 2006... Mehr »

 
Ö1 Dimensionen am 28.09.2017 (Audio 25 MInuten)...

Grün ist nur der Rasen

Olympische Spiele oder eine Fußballweltmeister-schaft austragen zu dürfen, galt lange Zeit als Renom-mee für Städte und Länder. Doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Gemeinden und Regionen, die sich gegen eine Kandi-datur entschieden haben, gestiegen. Das Internatio-nale Olympische Komitee scheint inzwischen Proble-me zu haben, Bewerber für die Winterspiele in westlichen Ländern zu finden.

Spektakuläre Razzien in den letzten Monaten lassen ein System aus Geld, Gier und Macht vermuten. Auf dem Spiel stehen Glaubwürdigkeit und die olympische Idee...

Das System Olympia - Geld, Gier und Macht?

IOC-Präsident Thomas Bach gibt sich gerne als Vorkämpfer gegen Korruption und Doping. Weltweit ermitteln Staatsanwaltschaften gegen hohe IOC-Funktionäre: Wurden Spiele und Posten gekauft?

Siehe Video auf youtube...

Die Sportfalle - Olympia in Rio

Anlässlich der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro ein Blick hinter die Kulissen. Die Auwirkungen auf die Bevölkerung sind dramatisch. Wie das IOC verdient auch die FIFA Milliarden Euro für TV-Übertragunsrechte und die Öffentlichkeit bleibt auf Schulden und Ruinen sitzen. Dieses einseitige «Spiel» wiederholt sich immer wieder.

Widerstand gegen Olympia und WM...

Widerstand gegen Olympia und WM

Unsinnige Stadien, vergeudete Milliarden, vertriebene Einwohner: So sieht die Bilanz von Olympischen Spielen etwa in Sotschi, Turin oder Athen aus. Viele Bürger wollen nicht mehr die Verlierer solcher Mega-Sport-Events sein.

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Warum Sotschi nicht in den Alpen liegt

Heute haben Olympische Winterspiele bei den AlpenbewohnerInnen kaum mehr Chancen.
CIPRA hat die Erfahrungen der letzten Jahre aufgearbeitet.

Barbara Wülser, CIPRA International:

Die Bürgerentscheide gegen "München 2022" und "Graubünden 2022" beweisen: Der Olympische Geist ist tot. Nur haben es noch nicht alle gemerkt.