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Stefan Grass
Leiter des Komitees Olympia-kritisches Graubünden

081 250 67 22
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NZZ

Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Tages-Anzeiger

«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Das stille Nein

12.02.2017. Vor den Wahlen sprachen sich nur wenige gegen eine Kandidatur aus. Dennoch lehnt Graubünden Olympische Winterspiele erneut ab.

Von Janine Hosp, Redaktorin Inland, Tages Anzeiger

Es war ein Entscheid mit Ausrufezeichen: 60 Prozent der Stimmenden in Graubünden wollen nicht, dass sich der Kanton für die Olympischen Winterspiele 2026 bewirbt. Selbst die Gemeinden, die am meisten profitiert hätten, die möglichen Host Cities Davos und St. Moritz, sagten Nein. Konkret lehnten es die Stimmenden ab, sich an den Kosten von 25 Millionen Franken für eine Kandidatur zu beteiligen. Damit sind die Spiele für Graubünden auf Jahre hinaus vom Tisch. Bereits 2013 haben die Bündnerinnen und Bündner eine Kandidatur abgelehnt, damals noch mit 52,7 Prozent.

«Nicht in den kühnsten Träumen hätte ich gedacht, dass selbst St. Moritz und Davos die Vorlage ablehnen», sagt Stefan Grass, Leiter des Komitees Olympiakritisches Graubünden. Kaum war gestern das Resultat bekannt, bekam er aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland Dankesmails. Dass die Vorlage abgelehnt wird, hat Grass aber erwartet; er hat im Vorfeld mit vielen Leuten gesprochen, war sozusagen an der Quelle des stillen Nein, wie er sagt. Etliche Leute hätten sich nicht getraut, offen gegen die Spiele einzustehen, weil sie berufliche Nachteile befürchteten.

Das Olympia-Flämmchen ist erloschen

12.02.2017. Mit 60 Prozent Nein-Stimmen haben die Bündner überraschend klar gegen die Olympischen Winterspiele 2026 votiert. Erstaunlich ist, welche Orte sich gegen das Projekt aussprachen.

Graubünden erteilt Olympia erneut eine Abfuhr

12.02.2017. In Graubünden haben Olympische Spiele keine Chance: Mit 60 Prozent fällt das Nein noch höher aus als vor vier Jahren. Die Bündnerinnen und Bündner versenken den 25-Millionen-Kredit für die Kandidatur «Olympia 2026» deutlich. Die Stimmbeteiligung beträgt knapp 51 Prozent.

Graubünden nach der Abstimmung am 12.02.2017: Eine Analyse folgt unten:
Graubünden nach der Abstimmung am 12.02.2017: Eine Analyse folgt unten:

FEUER AUS – DIE GRÜNDE FÜR DAS OLYMPIA-DESASTER

13.02.2017. Graubünden 2026 war im Rückblick nur ein Überbleibsel von Graubünden 2022.

Vor vier Jahren waren die Bündner Olympia-Träume nach einer aufreibenden (und Graubünden ins Mark treffenden) Abstimmungsschlacht niedergeschmettert worden. Statt sich mit dem Volksentscheid abzufinden und einen neuen Anlauf auf andere Zeiten zu verschieben, erhoben sich die Olympia-Promotoren wie ein verletztes Tier umgehend wieder. Ein verletztes Tier müsste zwar sprichwörtlich gefährlich sein. Nur traf dies bei den Olympia-2026-Befürwortern überhaupt nicht zu. Die Promotoren schienen – trotz ein wenig Blutauffrischung – immer noch angeschlagen, nicht zu 100% bei der Sache und wurden am Sonntagabend von den hoch motivierten und vor Selbstvertrauen strotzenden Olympia-Gegnern endgültig niedergemacht.

Der einzige, selbstbewusste Olympiabewerber

14.02.2017. Nach dem klaren Nein des Bündner Stimmvolks zu Winterspielen 2026 bleibt einzig die Westschweizer Kandidatur im Rennen. Die Volksmeinung ist dort nicht gefragt – zumindest vorerst.

Von Jörg Krummenacher in der NZZ

Am Sonntag, da St. Moritz die Skiweltmeisterschaften zelebrierte, die Sonne genoss und den Schweizer Abfahrtssieg von Beat Feuz feierte, schloss es auch die Tür, wieder für Olympische Winterspiele zu kandidieren. 1928 und 1948, also in ferner Vergangenheit, war St. Moritz Gastgeber der beiden bisherigen Winterspiele in der Schweiz gewesen. Nicht nur ganz Graubünden sagte am Sonntag deutlich Nein zu einem Rahmenkredit von 25 Millionen Franken für die Kandidatur 2026, sondern neben St. Moritz auch die anderen vorgesehenen Austragungsorte Davos, Chur und Arosa. Einzig Flims/Laax und Vaz/Obervaz (Lenzerheide) konnten sich für ein Ja erwärmen.

Graubünden »schubladisiert« Olympia

14.02.2017. 60 Prozent stimmen gegen einen erneuten Versuch des Schweizer Kantons, Winterspiele auszurichten.

Wie vornehm Schweizer Hochdeutsch klingt: Eidgenossen grillieren, wo Deutsche nur grillen. Sie parkieren, während ihre nördlichen Nachbarn nur ihr Auto abstellen. Und sie schubladisieren, wenn sie sich mit etwas nicht länger befassen wollen: »Das Großprojekt Olympia wird schubladisiert - und während Jahren, wenn nicht während Jahrzehnten, nicht mehr aus der Schublade herausgenommen«, so fasste am Sonntag Jon Domenic Parolini, Regierungsrat und Vorsteher des »Departements für Volkswirtschaft und Soziales« im Kanton Graubünden das Ergebnis der Volksabstimmung zusammen. 60 Prozent der Wahlberechtigten stimmten gegen eine Bewerbung der Region um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2026. Bei einer Befragung vor vier Jahren über die Spiele 2022 hatten nur 52 Prozent der Abstimmenden Nein gesagt.

Stimmbürger als Spaßverderber

20.02.201. Nicht nur hierzulande stimmt der Volkswille immer seltener mit dem der gewählten Vertreter überein. Besonders deutlich wird das bei der Bewerbung für Sportgroßveranstaltungen. Wo Bürger entscheiden dürfen, lehnen sie meist politische Prestige-Bewerbungen ab. Dem Olympia-Nein in Hamburg, Rom oder Boston folgte zuletzt Graubünden, Budapest dürfte als Nächstes dran sein. In Tirol träumen die Politiker davon.

von Matthäus Kattinger in der NZZ

Es war wie die Faust aufs Auge. Während am zweiten Februar-Sonntag Damen und Herren um die Medaillen in der Königsdisziplin Abfahrt kämpften, verwarfen die Stimmbürger des Ski-WM-Veranstalters St. Moritz – genauso wie jene des gesamte Kantons Graubünden – mit klarer Mehrheit die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2026. Zu groß ist offensichtlich die Angst vor zu hohen Kosten nicht zuletzt wegen der Fremdbestimmung durch die Funktionärs-Kamarilla des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Ende Feuer – warum die Bündner beim Olympia-Nein blieben

17.03.2017. Die olympische Flamme ist im Kanton Graubünden erloschen, bevor sie überhaupt aufzüngeln konnte. Klare 60% der Stimmenden haben sich jüngst an der Urne gegen die weitere Planung von Olympischen Winterspielen 2026 in Graubünden ausgesprochen. Es ist das zweite Mal innert vier Jahren, dass eine Bündner Kandidatur am Bürgerwillen scheitert, denn 2013 wurde die Bewerbung für Olympia 2022 versenkt.

Von Stephanie Hess, Chur, Beitrag von #DearDemocracy, der Plattform für direkte Demokratie von swissinfo.ch

Es war ein ganz steifer Gegenwind, der die hochgesteckten Pläne der Bündner Kantonsregierung für Olympia 2026 wegblies. Diese hatte das Projekt stark gestützt. Möglicherweise zu stark. Und zu einseitig – wofür es dann die Klatsche des Volkes an der Urne absetzte.

 
Pro Natura Schweiz

Interview mit Stefan Grass im Pro Natura Magazin

2018: Bei beiden Olympia-Absagen in Graubünden hat er die Fäden gezogen, nun ist Stefan Grass zuversicht-lich, dass sich auch der Kanton Wallis gegen eine Olympia-Kandidatur ausspricht – aber nicht nur aus Umweltgründen.

Tages Anzeiger

Der Spieleverderber

2018: Stefan Grass hat die Kandidatur für Olympische Spiele in Graubünden gebodigt. Jetzt soll er Sion 2026 verhindern.

Unser Olympia-Widerstand seit dem Jahr 2000

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

2017: Mit grosser Freude nimmt das Komitee Olympiakritisches Graubünden den Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung zur Kenntnis, sich nicht in ein unkalkulierbares Olympiaabenteuer zu stürzen. Bündnerinnen und Bündner haben damit den Entscheid von 2013 bestätigt und klar gezeigt, dass sie auch den zukünftigen Generationen gute Lebensbedingungen garantieren wollen: wirtschaftlich schuldenfrei und die Landschaft als Kapital erhalten.


Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!


2013: Bündnerinnen und Bündner haben klar gezeigt, dass sie auch den zukünftigen Generationen gute Lebensbedingungen garantieren wollen: wirtschaftlich schuldenfrei, die Landschaft als Kapital erhalten und weiterhin Geld für die Unterstützung von nachhaltigem Tourismus, Bildung und Kultur zur Verfügung zu haben.


Das Fest in Zürich, die Landschaftseingriffe in Graubünden


2004: Die Bündner Umweltorganisationen wehren sich gegen eine Olympiade im 2014 in Zürich mit Graubünden zusammen, weil die für die Skirennen erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft erfahrungsgemäss für sehr lange Zeit ökologische Schäden anrichten.


«Davos 2010» ist unökologisch und unverbindlich

2001: Auch beim dritten Anlauf der Bündner-Kandidatur wird im Olympia-Dossier «Davos 2010» die Nachhaltigkeit nur versprochen aber nie eingelöst.