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Kein Brot für die Spiele der Selbstherrlichen

Das Nein zu «Sion 2026» ist kein Entscheid gegen die Walliser Organisatoren. Es spiegelt vielmehr die Skepsis gegenüber der Selbstherrlichkeit interna-tionaler Sportverbände. Die Schweiz braucht keine Plattform zur Selbstdar-stellung.

NZZ

Olympia ist mehr als ein Tourismus- und Infrastrukturprojekt

Die Olympischen Spiele müssten wieder verstärkt den Menschen statt die Markt- und Technologie-orientierung zu ihrem Zentrum machen. Das würde helfen, die verlor-ene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

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«Die Kraft solcher Spiele wird überschätzt»

Touristiker Jürg Stettler hinterfragt grossmundige Versprechen der Promotoren von Sion 2026.

NZZ

Das IOC muss Risiken für Winterspiele tragen

Unabhängig von politischen Haltungen ist festzustellen: Trägt die Schweiz das finanzielle Risiko, darf sie sich nicht auf Olympia einlassen.

Olympia in Schweden: Brüchiges Fundament

13.02.2019

Die Weltmeisterschaft in Are soll auch Schwedens Olympia-Kandidatur für 2026 bestärken - doch der Bewerbung fehlen weiter wichtige Zusagen. (Süddeutsche Zeitung)

Von Johannes Knuth, Are

Linda Helleland, die norwegische Politikerin und Vizepräsidentin der Welt-Anti-Doping-Agentur, hat vor Kurzem eine ganz nette Anekdote aus der olympischen Familie erzählt. Sie berichtete der Zeitung Verdens Gang von einem Treffen bei den Jugendspielen 2016 in Lillehammer, in den Katakomben der Eishockeyhalle. Im Raum waren: Erna Solberg, Norwegens Premierministerin, Thomas Bach, der deutsche Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, und Helleland. Ein bisschen Smalltalk, dann habe Bach beklagt, dass Oslo bei einer Volksbefragung gegen die Olympia-Bewerbung für 2022 votiert hatte. Die Replik der Ministerin fiel barsch aus. Das Referendum sei kein Urteil über die Winterspiele gewesen, habe Solberg gesagt: "Aber in unserer Gesellschaft gibt es zentrale Werte, und das IOC repräsentiert diese Werte nicht." Dann, erinnerte sich Helleland, wurde es sehr still im Raum.

Es sind schwere Zeiten für die Damen und Herren im Olymp, daran hat sich seit dem Katakomben-Plausch von Lillehammer nicht viel geändert. Spiele-Vergaben sind von Korruptionsverdacht umweht, ehemalige Topfunktionäre stehen im Fokus von Ermittlern, Olympische Spiele leiden unter ausufernden Kosten. Für die Winterspiele 2026, die im kommenden Juni in Lausanne vergeben werden sollen, sind nur noch zwei Bewerber übrig geblieben: Mailand/Cortina und Stockholm/Are. Die WM der Alpinen, die gerade in Are stattfindet, ist da auch als emotionale Anschubfinanzierung für die 2026er-Bewerbung gedacht. Allerdings stehen beide Kandidaturen auf brüchigem Fundament, am Mittwoch wurde das in Are noch mal deutlich.

Zunächst wurde ein Werbefilm gezeigt, Stockholm bei Nacht, Hundeschlittenfahrten, sonnengeflutete Hänge in Are - was schon deshalb ulkig war, als dass Wind und Schnee bei der WM bislang fast jedes Rennen beeinträchtigt haben. Richard Brisius, Chef der schwedischen Bewerbung, stellte dann noch mal das Konzept vor: Die Alpinen und Freestyler sollen in Are auftreten, die Nordischen in Falun, die Eissportarten in Stockholm, die Schlittenfahrern bei den Nachbarn in Sigulda, Lettland. "Wir glauben, dass unser Konzept maßgeschneidert für die neue Agenda 2020 des IOC ist", sagte Brisius. Weniger Gigantismus und mehr Nachhaltigkeit also, das verspricht zumindest das IOC. "Wir müssen nichts bauen", sagte Brisius, "wir haben alles, was gebraucht ist."

Was sie freilich nach wie vor nicht haben, sind finanzielle Garantien der Regierung. Die hätten sie eigentlich bis Januar beim IOC nachweisen müssen. Das IOC gewährte Aufschub, es hatte auch gar keine andere Wahl, wollte es nicht sofort ohne Kandidaten dastehen: Auch Mailand/Cortina verfügten zunächst über keine Zusicherungen (was sich laut den Italienern mittlerweile geändert hat). Die Schweden hatten derweil das Problem, dass ihre Regierung damit beschäftigt war, überhaupt erst mal eine neue Regierungskoalition zusammenzubekommen. Aber dies sei nun geschehen, sagte Brisius, die ersten Rückmeldungen bezüglich der Garantien waren "positiv". Bis wann man mit einer Entscheidung rechnen könne? "Da müssen sie die Regierung fragen", sagte der OK-Chef. Dabei drängt die Zeit massiv, für Anfang März hat sich die Evaluierungskommission des IOC angekündigt. Ob er sich nicht Sorgen mache? Nein, nein, beteuerte Brisius, man bewege sich in die richtige Richtung.

Linda Helleland hat vor Kurzem übrigens auch noch das gesagt: Wenn sie sehe, wie das IOC über Veränderungen rede, und wie sie erlebe, wie hinter geschlossenen Türen entschieden werde - dann sei die Agenda 2020 "eine schöne Powerpoint-Präsentation, mehr nicht."

Schwedens Hoffnung auf die Spiele

16.02.2019. Für die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2026 sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen: Cortina d´Ampezzo in Italien und Stockholm. Es wäre allerdings unklug, nur von der aktuellen Ski-WM in Åre darauf zu schließen, dass Schweden ein geeigneter Olympia-Gastgeber sein könnte. (Dlf24)

Von Erich Wartusch

Zum achten Mal bewirbt sich Schweden um die Olympischen Winterspiele, ausgerichtet hat sie das Land noch nie. Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, gibt dem Land dennoch gute Chancen: „Es wird ja viel darüber diskutiert, dass der Sport insbesondere im Winter wieder ein stückweit mehr in die Regionen heimkehren sollte, wenn es um olympische und paralympische Spiele geht, in denen der Wintersport zuhause ist. Und ich denke, dass Schweden zweifelsohne ein solches Land mit hoher Tradition ist.“

Und genau diese Wintersport-Tradition wollen die Schweden in den Mittelpunkt ihrer Bewerbung stellen. da macht es gar nichts, dass der Ort, an dem die alpinen Ski-Wettbewerbe stattfinden sollen, Åre, nah an der Grenze zu Norwegen, nur 1400 Einwohner hat. Das sagt zumindest Tomas Fogdö, ehemaliger schwedischer Skirennläufer: „Åre, das kann das Gefühl eines alten ehrwürdigen Skiortes wecken. Das mag ich. Und natürlich werden viele Leute hierherkommen. Das wird ein richtiges Volksfest werden.“

Von einem Volksfest war die Ski-WM weit entfernt. Zu manchen Disziplinen kamen nur einige hundert Zuschauer. Die Gegend ist dünn besiedelt. Die anderen für Olympia geplanten Wettkampforte in Schweden sind hunderte Kilometer entfernt, Rodeln und Bob würden sogar in Lettland stattfinden – einer der großen Kritikpunkte der Bewerbung: „1992 in Albertville waren das ja auch so lange Distanzen zwischen den Orten und es kam kein so richtiges Olympisches Dorf-Gefühl auf. Aber wenn man die weltweiten Herausforderungen sieht, z.B. den Klimawandel, dann ist es notwendig, etwas zu verändern. Ansonsten hätte ein kleines Land wie Schweden nie mehr die Chance, olympische Spiele auszurichten.“

Ein Olympia der weiten Wege

Bei den Verantwortlichen der Bewerbung für 2026 hofft man, dass im Internationalen Olympischen Komitee ein Meinungswechsel stattfindet – und ein Olympia der weiten Wege dort nicht negativ gesehen wird, meint Alfons Hörmann: „Thomas Bach hat ja nicht ohne Grund rund um die Agenda 2020 genau diese Option eröffnet. Wenn man es unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sieht, wenn man es unter dem Aspekt des Bewahrens der Traditionen, gerade auch im Wintersport sieht, dann ist es sicher richtig. Für Besucher und für all diejenigen, die in der Organisation sind, stellt natürlichen stark dezentrales Konzept eine große Herausforderung dar.“

Richard Brisius, Chef der Stockholmer Bewerbung, verweist auf die Nachhaltigkeit auch in anderer Hinsicht: „Das ist eine einzigartige Möglichkeit hier in Schweden, denn wir haben in den vergangenen Jahrzehnten die Infrastruktur, die Stadien und die Hotels gebaut, die für die Spiele gebraucht werden. Und damit folgen wir auch der olympischen Agenda 2020, die unter anderem besagt, dass nichts Neues gebaut werden soll.“

Ski-WM in Åre jedenfalls konnte nicht überzeugen

Doch die Unterstützung für die Bewerbung ist in Schweden dennoch nicht besonders groß. Die Politik hält sich auffallend zurück, die Umfragen bei der Bevölkerung sind eher negativ. Obwohl es heißt: die Spiele werden komplett privat finanziert, der Steuerzahler soll nicht belastet werden.

„Wenn die Spiele dann stattfinden, ich denke, das zeigt in aller Regel die die Erfahrung, dann wächst auch dort die Begeisterung, die man braucht. Wohlwissend, das haben wir zuletzt auch wieder in Südkorea gesehen, dass die Sportarten, die in einem Land hohe Tradition haben, in aller Regel dann besser besucht sind als die, die vielleicht nicht so ganz zuhause sind.“ Das ist die Hoffnung des DOSB-Präsidenten.

Die Ski-WM in Åre jedenfalls konnte nicht gerade überzeugen, was auch an den großen Wetterproblemen lag. Wolfgang Maier, Alpinchef des DSV: „Das ist sicher jetzt hier eine WM der Extreme. Prinzipiell Olympische Winterspiele mal wieder in Europa stattfinden zu lassen, ist sicher auf jeden Fall unterstützenswert. Es muss jetzt nicht immer so extrem sein wie in diesem Jahr. Man hat auch hier schon sehr gute Veranstaltungen durchführen können.“

Spiele im Zeichen der Nachhaltigkeit

Wenigstens organisatorisch hat die WM schon mal eine Richtung gezeigt, in die es dann auch bei Olympia gehen soll: Hunderte freundlicher Helfer, ein Schwerpunkt auf Recycling, geringer Papierverbrauch, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Ski-Olympiasiegerin Anja Pärson sieht das als großes Plus für die Entscheidung, wer die Spiele 2026 ausrichten darf: „Schweden als Veranstalterland ist sehr fleißig. Man stellt an das Land aber auch aus Erfahrung extrem hohe Anforderungen. In anderen Ländern werden alle Bauwerke für Großveranstaltungen kaum fertig. Hier sollte das nicht passieren.“

Ein aktueller Ski-Superstar hat sich auch schon klar positioniert: Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin sagte in einem Zeitungsinterview, sie will angesichts der Wetterkapriolen keine Olympischen Spiele in Schweden. Die Entscheidung fällt das IOC im Juli.

 

OLYMPIA-ABSAGE – EIN GEWINN FÜR DIE DEMOKRATIE

Wegen der drohenden Ablehnung des Abenteuers Olympia in der steirischen Bevölkerung hat das ÖOC die Reißleine gezogen. Nachdem feststand, dass die KPÖ in Graz genügend Unterstützungserklärungen für eine Volksbefragung gesammelt hatte, musste es zu einer Entscheidung kommen.

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Die Walliserinnen und Walliser wollen nicht, dass ihre Steuergelder in einem kurzen Olympischen Strohfeuer landen. Vielmehr sollten damit Projekte unterstützt werden, von denen das Wallis als Kanton langfristig profitiert.

Danke an die Tiroler – Olympia-Watschn pickt!

Wir sagen den Tirolerinnen und Tirolern Danke für 53% Nein zu Olympia! Es ist zu billig, die Verantwortung für dieses Debakel nur auf das IOC und die schlechte Kampagne abzuschieben.  Die Tiroler haben bestens verstanden, worum es geht.

Das Bündner Volk hat Olympia den Zahn gezogen!

Der Grundsatzentscheid der Bündner Stimmbevölkerung  sich nicht in ein unkalkulier-bares Olympiaabenteuer zu stürzen.

Kritik an GR2022

Das Bündner Volk hat rechtzeitig den Stecker gezogen!

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